Jahrestagung 2016 der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

Im staatlichen Auftrag oder in politischer Selbstständigkeit? Zivilgesellschaftliche Akteure der Konfliktbearbeitung im In- und Ausland

 

Konflikte und Krisen benötigen zu ihrer Bearbeitung zivilgesellschaftliches Engagement. Das ist  weitgehend akzeptiert. Welche Funktionen aber wollen und sollen zivilgesellschaftliche Organisationen dabei konkret übernehmen? Können sie überhaupt selbständig agieren, wenn sie in staatlichem Auftrag handeln? Wie stark bestimmen die Auftraggeber ihr Handeln? Wie kann die konstruktive Kontroll- und Kritikfähigkeit der zivilgesellschaftlichen Akteure gegenüber dem Staat erhalten bleiben?

Der Aktionsplan zivile Krisenprävention aber auch das Förderprogramm „Demokratie Leben“ gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit sehen das Zusammenwirken von Staat und zivilgesellschaftlichen Akteuren vor. Unklar ist hingegen das Verhältnis des Staates zur Zivilgesellschaft. Welche Rolle wird den zivilgesellschaftlichen Akteuren zugewiesen: Ist es eine Dienstleistung, die nur angemessen ausgeschrieben und bezahlt werden muss; ist es eine eigenständige Rolle, die – auch finanziell – unabhängig von staatlichen Handeln sein sollte? Ist es eine Kompensation für staatliches Versagen, die lediglich so lange ausgeübt wird, bis der Staat das Handlungsfeld wieder an sich nimmt? Oder sollten gesellschaftliche Aufgaben grundsätzlich von gesellschaftlichen Trägern übernommen werden und der Staat nur subsidiär aktiv werden, wo gesellschaftliche Kräfte an ihre Grenzen stoßen?

Ziel der Tagung ist es, gemeinsam mit den Mitgliedern der Plattform zivile Konfliktbearbeitung, staatlichen Durchführungsorganisationen, den relevanten Ressorts der Bundesregierung, Mitgliedern des Bundestages und den politischen Parteien herauszuarbeiten, welche Rolle nichtstaatliche Organisationen in und gegenüber der deutschen Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Friedensförderung hierzulande und im Ausland künftig spielen sollen. Welche Rolle spielen sie in der Gestaltung und in der Umsetzung? Wie setzen sie sich damit kritisch auseinander? Wie eigenständig sind sie mit ihren Programme und Strategien?

1,5 Jahre vor der Bundestagswahl soll damit geklärt werden, auf welcher Grundlage sich die zivilgesellschaftlichen Akteure der Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Friedensförderung künftig in diesem Politikfeld engagieren.

Zielgruppe

Neben den Plattformmitgliedern wendet sich die Tagung an Expertinnen aus der Friedens- und Konfliktforschung, an staatliche und nicht-staatliche Praktiker aus dem Bereich Konfliktbearbeitung, Friedensförderung, Stabilisierung, Menschenrechte, Innenpolitik, Sozialarbeit, Staatsaufbau und Entwicklungszusammenarbeit und die damit korrespondierenden Referentinnen aus Ministerien und Abgeordnetenbüros.

Tagungsprogramm
Online-Anmeldung (bitte Tagung 17/16 „Zivilgesellschaftliche Akteure“ auswählen)

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Freitag, 15. April 2016 – 14:00
Sonntag, 17. April 2016 – 13:00
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Über Frieder Schöbel

Geb. 1936 in Herrnhut/OL. Seit 1938 in Braunschweig (außer 1943-1950). Abitur 1956, Studium Englisch und Latein in Göttingen, Westberlin, Tübingen und Göttingen bis 1963, Ostermarsch-Sekretär. Ab 1964 Braunschweig Ausbildung Höheres Lehramt. Mitbegründer a.i. Braunschweig, der 1. IGS in der Stadt, des Friedenszentrums e.V. und des forums crisis prevention e.v. Lebt seit 2015 in Berlin.