Dänemark – Norwegen: Der Streit um Grönland von Kiel 1814 bis Den Haag 1933

Am 27. Juni 1931 um fünf Uhr Nachmittags wurde die norwegische Flagge im dänischen Ostgrönland gehisst und kurz danach machte die norwegische Regierung bekannt, dass die Strecke von Carlsbergfjord (nördliche Breite 71 Grad 30‘) bis Besselfjord (nördliche Breite 75 Grad 40‘) von nun ab „Eirik Raudes Land“ genannt werde und Teil des Königreichs Norwegen sei. Ferner gab Oslo bekannt, dass die norwegische Kriegsflotte einsatzbereit sei, um die neuen norwegischen Besitzungen zu verteidigen. Zwei Tage später wurden die norwegischen Annexionen in Ostgrönland um die Strecke von Lindenowsfjord (nördliche Breite 60 Grad 30‘) bis Bernstorffs Eisfjord (nördliche Breite 63 Grad 40‘) erweitert. Insgesamt umfassten die norwegischen Annexionen eine Küstenstrecke auf der dünn bevölkerten Polarinsel von rund 800 Kilometern – also ungefähr die Entfernung von Hamburg nach München. Wie viel Quadratkilometer es waren, ist schwerer zu berechnen, aber an eisfreien Gebieten waren es rund 80 000, etwa die Größe von Bayern.

Die norwegische Okkupation von Eirik Raudes Land im Juni 1931 war die Kulmination eines langwierigen Konflikts, der mit dem Friedensschluss am 14. Januar 1814 im Buchwaldschen Hof auf der Dänischen Straße in Kiel zwischen Dänemark, Schweden, Großbritannien und Russland begonnen hatte. Mit dem Frieden von Kiel am Ende der napoleonischen Kriege wurde Skandinavien mit Zustimmung von Preußen und Österreich von den zwei Flügelgroßmächten Großbritannien und Russland neu organisiert. Die 400-jährige dänisch-norwegische Union – Dänemark und Norwegen mit den drei Nebenländern aus der Wikingerzeit: Island, die Färöer-Inseln und Grönland – wurde beendet und das skandinavische Norwegen („Festlands-Norwegen“) mit Schweden vereint – als Kompensation für das von Russland 1809 annektierte Finnland. Aber Dänemark und Norwegen wurden nach 400 Jahren nicht nur getrennt, sie wurden auch intern reorganisiert. Grönland, die Färöer-Inseln und Island, seit fast tausend Jahren ein Teil von Norwegen , wurden Norwegen auf britisches Verlangen weggenommen und Dänemark zugeschlagen, damit das neugeborene Schweden-Norwegen nicht zu stark werde.

Für das neue kleine Dänemark – von nun ab Europas kleinster unabhängiger Staat – war die Verwaltung von drei nordatlantischen Gebieten eine schwierige und unerwünschte Aufgabe, aber allmählich gewöhnte man sich daran. Dänemark wurde – zögernd – eine Polarnation. Für Norwegen war der Verlust der drei nordatlantischen Besitzungen, vor allem Grönlands, „das Juwel der norwegischen Krone,“ eine wahre Tragödie. Denn die Vereinigung mit Schweden dauerte nur bis 1905, als Norwegen nach einem langen, zähen Kampf selbstständig wurde – aber nun ohne die alten nordatlantischen Besitzungen, die sich jetzt unter dänischer Oberhoheit befanden.

Island war hoffnungslos, weil die Isländer sowieso ihre eigene Selbständigkeit wollten (und 1944 erwarben), die Färöer Inseln waren relativ uninteressant, aber Grönland: das musste man, ganz oder teilweise, zurück nach Norwegen holen! Die Sache war lange unterwegs, es gab viele Zwischenstationen und détournements, aber die Richtung blieb immer dieselbe, bis endlich – im Juni 1931 – die norwegische Flagge wieder über Grönland gehisst wurde. Die Begeisterung in Norwegen war grenzenlos. Grönland – oder jedenfalls ein Teil von Grönland – war zurückgewonnen! Das mittelalterliche Norwegen war aus den Trümmern wiedererstanden!

Aus Kopenhagener Sicht lag die Sache anders. Man kannte selbstverständlich die norwegische Geschichte und war mit den Wünschen und den Ambitionen des alten Brudervolkes wohl bekannt. Aber man schrieb das Jahr 1931 und nicht 1031, und Grönland war seit mehr als einem Jahrhundert dänisch. Die norwegischen Annexionen kamen – trotz allem Verständnis für die norwegische Sache – einer Kriegserklärung gleich. Die Frage war, wie Kopenhagen darauf reagieren sollte. Es gab drei Möglichkeiten: 1. Man konnte die norwegische Aggression dulden und einen dänischen Souveränitätsverlust in Ostgrönland in Kauf nehmen. 2. Man konnte militärisch eingreifen und einen Krieg mit Norwegen beginnen. 3. Man konnte an das internationale Recht appellieren.

Die erste Möglichkeit war trotz aller Sympathie mit und Verständnis für Norwegen ausgeschlossen. Kopenhagen hatte Norwegen laufend wirtschaftliche und andere Vorteile in Grönland eingeräumt – und man war wahrscheinlich dazu bereit, weitere Zugeständnisse zu machen. Aber die Souveränität abzugeben – das war einfach ausgeschlossen, auch aus internationalen Gründen. In diesem Fall schon allein deswegen, weil die USA entsprechend der Monroe-Doktrin von 1823 nicht neue Mächte in der amerikanischen Hemisphäre dulden würden. Grönland ist ein Teil der amerikanischen Hemisphäre, und Dänemark konnte nicht die Tür für Norwegen öffnen, ohne international an Glaubwürdigkeit zu verlieren, vom voraussehbaren amerikanischen Zorn ganz zu schweigen. Die zweite Möglichkeit – ein bewaffneter Konflikt mit dem alten Brudervolk – war zwar nicht undenkbar, aber sehr, sehr unwillkommen. Der norwegische König, Håkon VII, war ein Bruder des dänischen Königs, und die Dänen waren emotional mit den Norwegern eng verbunden. (Die Dänen haben viel tiefere Gefühle für Norwegen als umgekehrt.) Also blieb nur die dritte Möglichkeit: Rekurs auf das internationale Rechtssystem, das seit 1920 vom internationalen Gericht im Friedenspalast in Den Haag repräsentiert wurde. Gleich 1931 wurde Norwegen von der dänischen Regierung in Den Haag verklagt, und unter Mitwirkung von zahlreichen Diplomaten, Juristen sowie anderen Interessierten und Sachverständigen wurde zwei lange Jahre prozessiert. Die Norweger führten ihre Sache sehr geschickt und waren immer – von außen gesehen fast unverständlich – sehr optimistisch. Kurz gesagt, stand uraltes historisches Recht gegen neue, kristallklare und unmissverständliche internationale Regeln. Zugleich musste, obwohl das niemals offen ausgesprochen wurde, das historische Recht Norwegens gegen heutige realpolitische Tatsachen abgewogen werden, vor allem die amerikanische Monroedoktrin, die sich eindeutig gegen eine norwegische Präsenz in Grönland richtet. Die USA waren wie bekannt nicht in Den Haag vertreten, aber die Schatten der transatlantischen Großmacht waren schon in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts sehr lang.

Dass der Richterspruch zugunsten Norwegens ausfallen könnte, war unter diesen Umständen fast undenkbar. Am 5. April 1933 wurde die Gerichtsentscheidung bekannt gegeben: Mit 12 gegen 2 Stimmen wurde entschieden, dass die norwegische Besatzung vom Juni 1931 gegen internationales Recht erfolgt sei. Die Enttäuschung in Norwegen war groß und die Bitterkeit gegen Dänemark tief, jedenfalls bis Ende des Zweiten Weltkriegs; vielleicht besteht sie noch immer. Aber es muss hinzugefügt werden, dass die Norweger – von einigen Zwischenfällen während des Zweiten Weltkriegs abgesehen – niemals von einer Revision des Haager Urteils gesprochen haben. Ein drohender Krieg wurde durch den Gerichtshof in Den Haag und die Bereitschaft beider Seiten, das Urteil zu akzeptieren, abgewendet.

Weiterführende Literatur

  • Ida Blom: Kampen om Eirik Raudes Land, Oslo: Gyldendal Norsk Forlag 1973 (hervorragend, besonders was die norwegischen Verhältnisse betrifft).
  • Max Sørensen: Les sources du droit international, Kopenhagen: Munksgaard 1946 (beschreibt das Verhältnis zwischen den verschiedenen Rechtsquellen, wie sie in Den Haag vorgelegt wurden).

Darüber hinaus gibt es eine riesige dänische und norwegische polemische Literatur aus den zwanziger und dreißiger Jahren.

 Thorkild Kjaergaard


Denmark – Norway
The dispute over Greenland from Kiel 1814 to The Hague 1933

On June 27, 1931 at five p.m., the Norwegian flag was raised in Danish East Greenland. Shortly after that the Norwegian government made known that the Greenland coast between Carlsberg Fjord (north latitude 71 degrees 30′) to Bessel Fjord (north latitude 75 degrees 40′) would from then on be called „Erik the Red’s Land“ and be part of the Kingdom of Norway. Furthermore Oslo announced that the Norwegian navy was ready to defend the new Norwegian possessions. Two days later the Norwegian annexations in East Greenland were extended by the coastal areas from Lindenowsfjord (north latitude 60 degrees 30′) to Bernstorff Icefjord (north latitude 63 degrees 40′). Altogether, the Norwegian annexations comprised a coastal route of around 800 kilometers on the sparsely populated arctic island – which is about the distance from Hamburg to Munich. How many square kilometers that was, is more difficult to calculate, but ice-free areas were about 80,000, which is about the size of Bavaria.

The Norwegian occupation of Erik the Red’s Land in June 1931 was the culmination of a protracted conflict, which had begun with the peace agreement of 14 January 1814 between Denmark, Sweden, Great Britain and Russia on the Buchenwald country estate on the Danish road in Kiel. With the Peace of Kiel at the end of the Napoleonic Wars, and with the consent of Prussia and Austria, Scandinavia was reorganized by the two great powers, Britain and Russia. The 400-year-old Danish-Norwegian Union – Denmark and Norway with the three additional countries inherited from the Viking Age: Iceland, the Faroe Islands and Greenland – was thus completed. Scandinavian Norway („Mainland Norway“) was united with Sweden as compensation for the 1809 annexation of Finland by Russia. But not only were Denmark and Norway separated after 400 years, they were also reorganized internally. Greenland, the Faroe Islands and Iceland, which had been part of Norway for almost a thousand years, were taken away and attributed to Denmark because of Britain`s demands, so as to ensure that new-born Sweden-Norway would not become too powerful.

For the new small Denmark – from then on Europe’s smallest independent state – managing three North Atlantic areas was a difficult and unwanted task but gradually she got used to it. Denmark – hesitantly – became an arctic nation. For Norway the loss of the three North Atlantic possessions, especially Greenland, „the jewel of the Norwegian crown”, was a real tragedy, especially as the union with Sweden lasted only until 1905, when Norway became independent after a long, tough battle – but then without the old North Atlantic possessions, which had come under Danish sovereignty. Iceland was considered a lost cause because the Icelanders had wanted their own independence anyway (and acquired it in 1944). The Faroe Islands were seen as relatively uninteresting, but it was thought that Greenland had to be brought back to Norway totally or partially! That was a long time coming, there were many sidetracks and détournements, but the direction always remained the same, until at last, in June 1931, the Norwegian flag was raised again over Greenland. The enthusiasm in Norway was boundless. Greenland – or at least a part of Greenland – had been recovered!

The Norway of the Middle Ages had been resurrected from the ruins! From the Copenhagen point of view the case was different. The Danes knew, of course, Norwegian history and were well acquainted with the needs and the ambitions of the old sister nation. But it was the year 1931, not 1031, and Greenland had in the meantime been in Danish hands for more than a century. The Norwegian annexations – despite all due respect for the Norwegian cause – meant a declaration of war. The question was how Copenhagen should respond. There were three options:

1. One could tolerate the Norwegian aggression and accept a Danish loss of sovereignty in East Greenland.

2. One could take to military action and declare war on Norway.

3. One could appeal to international law.

The first possibility was ruled out despite all the good will and understanding for Norway. Copenhagen had continually given Norway economic and other benefits in Greenland – and it was probably willing to make further concessions. But handing over sovereignty was simply out of the question, also for international reasons. In this case, even only because, according to the Monroe Doctrine of 1823, the US would not tolerate any new powers within the American sphere. Greenland is part of the American hemisphere. Denmark could not open the door for Norway without losing international credibility, not to mention the foreseeable American anger. The second option – an armed conflict with the old sister nation – was not unthinkable, but very, very unwelcome. The Norwegian king, Haakon VII, was a brother of the Danish king, and the Danes were emotionally closely linked with the Norwegians. (The Danes have much deeper feelings for Norway than vice versa.) So that left only the third option: recourse to the international legal system represented by the International Court at the Peace Palace in The Hague since 1920. In 1931 therefore the Danish Government wasted no time to sue Norway in The Hague, and with the aid of numerous diplomats, lawyers and other interested parties and experts a two long year trial process began. The Norwegians handled the matter very skillfully and although often incomprehensible when seen from the outside, remained optimistic. In short, ancient law was pitted against modern, clear and unequivocal international rules.

At the same time the historical right of Norway, although that was never openly expressed, had to be weighed up against today’s political realities and facts, especially the American Monroe Doctrine, which clearly opposes a Norwegian presence in Greenland. The US, as everybody knows, was not present at The Hague, but the transatlantic superpower had already been casting long shadows of influence sincethe thirties of the 20th century. Under those circumstances it was almost unthinkable that the judgment could turn out in favour of Norway. On 5 April, 1933, the court decision was announced: By 12 votes to 2, it was decided that the Norwegian occupation of June 1931 was illegal underinternational law. Disappointment in Norway was great and bitterness against Denmark deep, at least until the end of World War II; perhaps it still exists. But it must be added that the Norwegians – apart from a few incidents during the Second World War – have never spoken of a revision of The Hague judgment. The threat of war was averted both by the Court in The Hague and the willingness of both sides to accept the decision.

References: see German version.
Thorkild Kjærgaard


 

Le Danemark – La Norvège
Le conflit du Grœnland de la paix de Kiel 1814 au jugement de La Haye 1933

Le 27 juin 1931 à cinq heures de l’après-midi, le drapeau norvégien fut hissé au Grœnland danois de l’est, et peu après, le gouvernement norvégien fit savoir que l’espace de Carlsbergfjord (71e degré 30′ de latitude nord) jusqu’à Besselfjord (75e degré 40′ de latitude nord) se nommait désormais « pays d’Eirik Raude » et faisait partie du royaume de la Norvège. De plus, Oslo fit savoir que la marine norvégienne était prête à défendre les nouvelles possessions norvégiennes. Deux jours plus tard, les annexions de la Norvège au Grœnland de l’est furent élargies de  l’espace de Lindenowsfjord (60e degré 30′ de latitude nord) jusqu’à Bernstorffs Eisfjord (63e degré 40′ de latitude nord). Dans leur ensemble, les annexions norvégiennes comprenaient, sur l’île polaire peu peuplée, un espace côtier d’environ 800 km, donc à peu près la distance entre Hambourg et Munich. Calculer cet espace en kilomètre carré était plus difficile, mais les zones libres de glace comprenaient 80000 km2, représentant environ la superficie de la Bavière.

L’occupation norvégienne du Pays d’Eirik Raude en juin 1931 était le point culminant d’un long conflit qui avait commencé avec l’accord de paix le 14 janvier 1814 dans la cour de Buchwald, rue Danoise à Kiel, conclu entre le Danemark, la Suède, l’Angleterre et la Russie. Avec la paix de Kiel à la fin des guerres napoléoniennes, la Scandinavie reçut une nouvelle organisation, en accord avec la Prusse et l’Autriche et fixée par l’Angleterre et la Russie, les grandes puissances à l’ouest et à l’est. L’union danoise-norvégienne existant depuis 400 ans – le Danemark et la Norvège avec en plus les trois pays du temps des Vikings : l’Islande, les Iles Féroé et le Grœnland – fut terminée et la Norvège scandinave (« Norvège continentale ») fut unie à la Suède – compensation de la Finlande annexée par la Russie en 1809. Mais le Danemark et la Norvège, après 400 ans, ne furent pas seulement séparés mais aussi réorganisés à l’intérieur. Le Grœnland, les Iles Féroé et l’Islande, depuis presque mille ans une partie de la Norvège, furent enlevés à celle-ci à la demande de l’Angleterre et transférés au Danemark pour que la Suède et la Norvège, unies depuis peu, ne deviennent pas trop fortes.

Pour le nouveau petit Danemark – à présent le plus petit Etat autonome de l’Europe -, l’administration de trois régions de l’Atlantique du Nord était une tâche difficile et non désirée ; mais avec le temps, on s’y faisait. Le Danemark devenait – avec hésitation – une nation polaire. Pour la Norvège, la perte des trois possessions de l’Atlantique du Nord, surtout du Grœnland, « joyau de la couronne norvégienne », fut une vraie tragédie, car l’union avec la Suède durait seulement jusqu’en 1905, lorsque la Norvège, après une longue lutte tenace, obtint son indépendance – mais sans les anciennes possessions, à présent sous la suprématie danoise.

L’Islande n’offrait aucun espoir puisque de toute façon, les Islandais désiraient (et obtinrent en 1944) leur autonomie, les Iles Féroé ne prêtaient que peu d’intérêt, mais quant au Grœnland : La Norvège devait le récupérer, entier ou en partie ! L’affaire était longtemps en route, il y avait maints arrêts et détournements, mais le but restait toujours le même jusqu’à ce que – en juin 1931 – le drapeau norvégien finît par être hissé de nouveau sur le Grœnland. L’enthousiasme en Norvège fut infini. Le Grœnland – ou en tout cas une partie – était récupéré. La Norvège du Moyen Age s’était levée des ruines !

Copenhague vit la chose d’un autre œil. On connaissait bien sûr l’histoire de la Norvège, les désirs et ambitions du peuple fraternel. Mais on écrivait l’année 1931, non pas 1031, et le Grœnland, depuis plus d’un siècle, faisait partie du Danemark. Les annexions norvégiennes – malgré l’attitude compréhensible des Danois – représentèrent une déclaration de guerre. Comment serait la réaction de Copenhague ? Il y avait trois possibilités : 1. On pouvait tolérer l’agression norvégienne et se résigner à une perte de souveraineté danoise au Grœnland de l’est. 2. L’armée pouvait intervenir et commencer une guerre contre la Norvège. 3. On pouvait faire appel à la justice internationale.

La première possibilité était exclue malgré toute la sympathie et compréhension pour la Norvège. Copenhague avait maintes fois concédé à la Norvège des avantages économiques et d’autres au Grœnland – et vraisemblablement était prêt à en ajouter. Mais renoncer à la souveraineté – c’était simplement impossible, également pour des raisons internationales. En ce cas d’ailleurs parce que les Etats-Unis, selon la doctrine Monroe de 1823, ne toléreraient pas de nouvelles puissances dans l’hémisphère américain. Le Grœnland fait partie de l’hémisphère américain et le Danemark ne pouvait point ouvrir la porte pour la Norvège sans perdre son crédit parmi les nations, sans compter la fureur certaine des Etats-Unis. La deuxième possibilité – un conflit armé avec le peuple fraternel de longue date – était imaginable, mais vraiment à contrecœur. Le roi de Norvège, Håkon VII, était un frère du roi danois, et les sentiments du pays pour la Norvège étaient très profonds. (Les Danois ont des émotions plus vives pour les Norvégiens qu’inversement.) Donc, il ne restait que la troisième solution : recourir au système juridique international, représenté depuis 1920 par la Cour Internationale au Palais de la Paix de La Haye. Dans l’année même, en 1931, la Norvège fut accusée par le gouvernement danois à La Haye, et avec l’assistance de nombreux diplomates, juristes et d’autres experts, la cause fut traitée pendant deux longues années. Les Norvégiens se défendirent avec dextérité et se montraient toujours bien optimistes, peu compréhensible vu de l’extérieur. Bref, un droit historique se dressait contre des nouvelles règles internationales, tout à fait claires et définitives. En même temps (bien qu’il n’en fût jamais question ouvertement) le droit historique de la Norvège devait être confronté à des faits actuels politiquement réalistes, surtout la doctrine américaine Monroe se tournant définitivement contre une présence norvégienne au Grœnland. Les Etats-Unis n’étaient pas représentés à La Haye, mais l’ombre de la grande puissance transatlantique était déjà très longue dans les années trente du 20e siècle.

Dans ces conditions, il était presque inconcevable que les juges se décidassent en faveur de la Norvège. Le 5 avril 1933, le public apprit : La Cour reconnut avec 12 voix contre deux que l’occupation norvégienne de juin 1931 représentait une lésion du droit international. La déception en Norvège fut grande et l’amertume contre le Danemark profonde, en tout cas jusqu’à la fin de la Seconde Guerre Mondiale, peut-être jusqu’à ces jours-ci. Mais on doit ajouter que les Norvégiens – oublions quelques évènements pendant la Seconde Guerre – n’ont jamais parlé d’une révision du jugement international. Une guerre possible fut détournée par la Cour de La Haye et le consentement des deux partis d’accepter le jugement garantit la paix.

Littérature supplémentaire voir version allemande.

Thorkild Kjærgaard

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Über Frieder Schöbel

Geb. 1936 in Herrnhut/OL. Seit 1938 in Braunschweig (außer 1943-1950). Abitur 1956, Studium Englisch und Latein in Göttingen, Westberlin, Tübingen und Göttingen bis 1963, Ostermarsch-Sekretär. Ab 1964 Braunschweig Ausbildung Höheres Lehramt. Mitbegründer a.i. Braunschweig, der 1. IGS in der Stadt, des Friedenszentrums e.V. und des forums crisis prevention e.v. Lebt seit 2015 in Berlin.