Dänemark – Deutschland 1920 -1955: Befriedung eines Minderheitenkonflikts

In der deutsch-dänischen Grenzregion findet sich ein positives Beispiel für die nach­haltige Lösung eines Minderheitenkonflikts. Hier leben beiderseits der Grenze aner­kannte nationale Minderheiten, die sich dem Nachbarland in sprachlich-kultureller Hinsicht zugehörig fühlen. Derzeit zählt die dänische Minderheit im nördlichen Schles­wig-Holsteins ca. 50.000 Personen, während der deutschen Minderheit im südlichen Jütland 12-20.000 angehören. Heute wird das Zusammenleben zwischen Deutschen und Dänen – trotz zeitweiliger Rückschläge und kurzfristiger Krisen – allgemein als vorbildlich bewertet.

Die Lage 1920-1945

Infolge der Teilung Schleswigs im Jahre 1920 entstanden zwei nationale Minderheiten im modernen Sinne. In Südschleswig lebten maximal 10.000 „Dänischgesinnte“, in Nord­schleswig ca. 30.000 „Deutschgesinnte“ (ungefähr 18% der Gesamtbevölkerung). Beide Minderheiten organisierten sich in eigenen Verbänden, Parteien und Kirchengemeinden. Innerhalb der dänischen Staatskirche gab es z.B. in den Städten deutschsprachige Pastoren. Den Minderheiten standen auch private und öffentliche Schulen zur Ver­fügung.

In der Zwischenkriegszeit forderte die deutsche Minderheit eine Grenzrevision. Seit 1933 förderte Deutschland die nationalsozialistische Propaganda in Nordschleswig. Ab 1938 hatte die National-Sozialistische Arbeiter Partei Nordschleswigs die unbestrittene Führungsrolle. Sie radikalisierte ihre Forderung nach einer Grenzverschiebung und verlangte nunmehr die Wiedereingliederung ganz Nordschleswigs in das Dritte Reich. Gegen die ideologische Gleichschaltung der Organisationen der Minderheit gab es nur wenig erkennbaren Widerstand. Die Minderheit kollaborierte während der deutschen Besatzung seit dem 9. April 1940 umfassend. Es gab zwar unterschiedliche Auffas­sungen, die jedoch vor Mai 1945 nicht offen geäußert wurden. Der 1943 gegründete Haderslebener Kreis war vermutlich das wichtigste Forum des versteckten Dissenses in der Minderheit.

Mit der Machtergreifung der NSDAP 1933 wurde die Lage der dänischen Minderheit in Deutschland zunehmend schwieriger. Seit 1933 gehörten ihr erklärtermaßen nur noch ca. 6.000 Personen an. Sie waren bis 1945 starkem Druck ausgesetzt.

„Rechtsabrechnung“, Loyalitätserklärung und neue Spannungen nach 1945

Nach der Befreiung durch die britischen Truppen am 4./5. Mai 1945 kam es in Dänemark zu einer so genannten Rechtsabrechnung mit der deutschen Minderheit. Ungefähr 3.500 Erwachsene wurden im Faarhuslager und auf dem Schloss in Sonderburg interniert, rund 3.000 von ihnen erhielten eine gerichtliche Strafe, ,2.150 davon wegen Kriegs­dienstes für Deutschland. Dies entsprach etwa 25% aller Männer der Minderheit. Die Verurteilten wurden jedoch meistens nach Verbüßung eines Teils der Strafe amnestiert.

Unmittelbar nach der Befreiung Dänemarks erklärte die deutsche Minderheit ihre Loya­lität gegenüber Dänemark sowie die Anerkennung der Grenze. In der Folge wurde die Minderheit demokratisch reorganisiert. Ein Bund deutscher Nordschleswiger sowie Verbände für Jugendarbeit und Schule wurden gegründet. Auch politisch konnte sich die Minderheit erneut betätigen.

Bei Kriegsende zählte die Minderheit derjenigen, die sich offen als Dänen bekannten, in Schleswig-Holstein schätzungsweise 5.000, maximal 6.000 Personen. In den ersten Nachkriegsjahren gab es einen geradezu explosiven Zuwachs. Die Mitgliederzahlen in den dänischen Organisationen wuchsen um ein Vielfaches. 1947/48 identifizierten sich mehr als 120.000 Personen mit der dänischen Minderheit. Die Motive dieses massen­haften Zulaufs sind mannigfaltig. Eine große Rolle spielte die Erwartung einer Grenz­verschiebung, die von den führenden Kräften in der Minderheit offen angestrebt wurden, obwohl sie von der dänischen Regierung bereits kurz nach Kriegsende mit der Aussage abgelehnt worden war: „Die Grenze liegt fest“.

In den folgenden Jahren wurde ein umfassendes Netzwerk dänischer Schulen, Kindergärten und anderer Institutionen in ganz Südschleswig errichtet. Politisch hatte die dänische Minderheit sich seit 1920 in einem kulturellen Verband betätigt, der 1946 in Südschleswigscher Verein/Sydslesvigsk Forening (SSF) umbenannt wurde. 1948 wurde außerdem gemeinsam mit den Friesen in Schleswig-Holstein eine eigenständige Partei, der SSW – Südschleswigscher Wählerverband, gegründet, nachdem die britischen Besatzungsbehörden dem SSF weitere politische Betätigung untersagt hatte.

Die Rechte der dänischen Minderheit wurden seitens der Schleswig-Holsteinischen Landesregierung im September 1949 in der so genannten Kieler Erklärung festgelegt. Dazu zählte unter anderem, dass ein Bekenntnis zu einer Minderheit in jedem Fall anerkannt werde. Die Jahre 1950-54 waren dennoch von zunehmenden Spannungen zwischen der Minderheit und den Behörden geprägt, wobei es seitens der CDU-geführten Landesregierungen zu Nadelstichen und Schikanen kam. Dazu gehörte z.B. 1951 die Heraufsetzung der Sperrklausel bei Landtagswahlen von 5 auf 7,5 %, die erst 1953 nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zurückgenommen wurde. Dennoch wurde der SSW nicht von der 5 %-Sperrklausel auf Landesebene befreit, was auf Bundesebene bereits mit dem Bundeswahlgesetz von 1953 geschehen war. Bei der Landtagswahl 1954 erhielt der SSW 42.000 Stimmen, was aber nur 3,5 % der Stimmen entsprach. Diese gingen somit dem Landtag verloren.

Die Lösung: die Bonn-Kopenhagener Erklärungen

Die Lösung der damals zunehmend als Belastung des Zusammenlebens im Grenzland empfundenen Spannungen auf politischer Ebene ergab sich aufgrund der Mitte der 1950er Jahre vorherrschenden internationalen Lage. 1954 beantragte die Bundes­republik Deutschland die Aufnahme in die NATO. Auf der Pariser NATO-Minister­ratssitzung im Oktober 1954 sprach der dänische Ministerpräsident und Außenminister H.C. Hansen explizit die Südschleswig-Thematik an. Der dort anwesende deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer war sofort bereit, eine Lösung zu suchen. Daraufhin kam es im Februar und März 1955 zu bilateralen Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen.

Letztendlich wurde die Lösung in Gestalt der Bonn-Kopenhagener Erklärungen vom 29. März 1955 gefunden. Dabei handelt es sich, genau betrachtet, um ein Paket, das teils aus den offiziellen Erklärungen und teils aus der Ergebnisniederschrift einer Verhandlung am 28. März besteht. Die Niederschrift hält die Lösung konkreter Probleme durch die Regierungsdelegationen fest: Minderheitenparteien werden von der 5 %-Klausel bei Landtags- und Bundeswahlen befreit, dänische Schulen und die Einrichtung von Examensschulen werden bezuschusst, die Rechte der Minderheit sind zu achten. Für die deutsche Minderheit in Dänemark wurde ebenfalls die Zuerkennung des Examensrechts für Minderheitenschulen vereinbart sowie die Achtung der Rechte der Minderheit. Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen vom 29. März 1955 sind hingegen weniger konkret und detailliert in ihren Garantien. Vielmehr werden in ihnen staatsbürgerliche Rechte und Pflichten sowie minderheitenpolitische Zielsetzungen und Prinzipien festgelegt.

Insgesamt betrachtet zeichnen sich die beiden Regierungserklärungen dadurch aus, dass sie trotz des knappen Textes dennoch weitreichende Minderheitenrechte umschrei­ben – nicht in detaillierten Paragraphen, sondern in moralisch-politisch verpflichtenden Grundsätzen.

Grundelemente eines nachhaltigen Minderheitenmodells

Es gibt zwar Unterschiede zwischen den beiden Minderheiten und der konkreten Politik der beiden Staaten. Aber die folgenden Elemente haben sich als hinreichend tragfähig für das insgesamt spannungsfreie, friedliche Verhältnis erwiesen:

1. Historisch-strukturelle Grundlagen

  • Grenzziehung auf der Basis des Selbstbestimmungsrechts durch die Plebiszite von 1920;
  • Akzeptanz der Grenze trotz temporärer Irredenta und Separatismus zwischen 1920 und etwa 1950.
  • Es gab in diesen Gebieten keine Tradition interethnischer Gewalt, keine physischen Übergriffe oder Vertreibungen, und
  • keine religiösen Konflikte.
  • Die Rechtsabrechnung nach 1945 fungierte als „Katharsis“ und Basis der Reintegration der deutschen Minderheit in den dänischen Staat.
  • Seit 1949 gehören beide Staaten zur gleichen westlichen Wertegemeinschaft mit offenen, rechtstaatlichen Zivilgesellschaften.
  • Sie haben seit 1945 eine gemeinsame sicherheitspolitische Interessenlage.
  • Sie sind durch internationale und bilaterale Kooperation in vielfacher Hinsicht verbunden.

2. Prinzipien

  • Kulturelle und funktionelle Autonomie mit separaten Organisationen.
  • Die Zugehörigkeit zu einer Minderheit ist als private Angelegenheit definiert, die von den Behörden anerkannt, aber nicht kontrolliert wird („Minderheit ist, wer will“).
  • Mäßigende Kräfte auf beiden Seiten haben eine Eskalation der Minderheitenprobleme verhindert.
  • Beide Staaten sind reich und können sich verhältnismäßig teure Minderheitenregelungen leisten, die zudem von beiden Staaten finanziert werden.
  • Politische Partizipation mit eigenen Parteien.
  • Institutionalisierter Dialog zwischen Regierungen und Minderheiten in Kontaktausschüssen, Gremien etc.
  • Gleichberechtigung und synchrone, reziproke Minderheitenregelungen durch die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955.
  • Das besondere Verhältnis der Minderheiten zum Nachbarstaat, Kontakte und der Austausch zwischen Minderheit und „Mutterland“ (Kin-State) werden anerkannt.
  • Hinsichtlich der Behandlung der Minderheiten gibt es bei aller Unilateralität eine Gegenseitigkeit und Balance.
  • Diese wird durch freiwillige einseitige Regelungen erweitert, u.a. durch die Ratifizierung und Umsetzung internationaler Minderheitenabkommen des Europarats in den 1990er Jahren.

Weiterführende Literatur:

  • Bohn, Robert / Danker, Uwe / Kühl, Jørgen (Hg.) 1985: Zwischen Hoffnung, Anpassung und Bedrängnis. Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzraum in der NS Zeit, Bielefeld 2001
  • Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955. Zur Entstehung eines Modells für nationale Minderheiten, Flensburg 1985
  • Henningsen, Lars (Hg.): Zwischen Grenzkonflikt und Grenzfrieden. Die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein in Geschichte und Gegenwart, Flensburg 2011
  • Kühl, Jørgen: 2004,: Ein nachhaltiges Minderheitenmodell. Deutsche und dänische Minderheiten beiderseits der Grenze, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 47, 2004, 15. November 2004, S. 22ff
  • 2005: København-Bonn Erklæringerne 1955-2005, Aabenraa 2005
  • 2008: Wieso funktioniert der Grenzfrieden im deutsch-dänischen Grenzland?, in: Grenzfriedenshefte 3/2008, S. 329-340
  • 2014: Die Befriedung eines Minderheitenkonflikts: Die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955, http://www.crisis-prevention.info (Oktober 2014)
  • Kühl, Jørgen / Bohn, Robert (Hg.), 2005: Ein europäisches Modell? Nationale Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland 1945-2005, Bielefeld 2005.

 Jørgen Kühl



Denmark – Germany 1920-1955

How to pacify a minority conflict: The Bonn Copenhagen Declarations of 1955

In the German-Danish border region, there is a positive example for a sustainable solution to a minority group conflict. Here live recognized national minorities on both sides of the border, who feel part of the neighbouring country linguistically and culturally. Currently, the Danish minority in the north of Schleswig-Holstein has about 50,000 people, while 12-20,000 belong to the German minority in southern Jutland. Today the coexistence of Germans and Danes is generally regarded as exemplary – in spite of temporary setbacks and short-term crises.

The Situation from 1920 to 1945

Due to the division of Schleswig in 1920 two national minorities, in the modern sense, were created. In South Schleswig lived more than 10,000 „Danish-minded“ people, in Northern Schleswig 30,000 „German-minded“ (about 18% of the total population). Both minorities organized themselves in their own associations, political parties and churches. Within the Danish state church for example, German-speaking pastors were deliverimg services. Minority groups were also entitiled to attend private and public schools.
In the interwar period the German minority demanded a boundary revision. In 1933 Germany started to support Nazi propaganda in Northern Schleswig. From 1938 on the National-Socialist Workers Party of Northern Schleswig achieved undisputed political leadership. It radicalized its demands for a boundary shift and then demanded the reintegration of all Northern Schleswig into the Third Reich. There was little discernible resistance against the ideological ‘Gleichschaltung’ (enforcedconformity) of the organizations of the minority groups. During German occupation from 9 April 1940 onwards, the minority group collaborated completely. There were different views, but they were not expressed openly until May 1945. The Hadersleben Circle, founded in 1943, was probably the most important forum for the secretly dissenting minority.

With the takeover of the Nazi Party in 1933, the situation for the Danish minority in Germany became more and more difficult. Since 1933, avowedly only about 6,000 people belonged to it. They were subjected to heavy pressure until 1945.

„Legal Settlement“, Declaration of Loyalty and New Tensions after 1945

After the liberation by British troops on 4/5 May 1945, a so-called legal settlement with the German minority was implemented in Denmark. Approximately 3,500 adults were interned in Faarhuslager and in Sønderborg Castle. About 3,000 of them were sentenced by a court, 2,150 of whom for war service for Germany. They represented about 25% of the men of the minority group. The convicted were however mostly granted amnesty after serving part of their sentence. Immediately after the liberation of Denmark, the German minority declared their loyalty to Denmark and their recognition of the border. Consequently the minority group was reorganized democratically. A union of German Northern Schleswig inhabitants and organizations for youth work and schooling were founded. The minority group could again be politically active. When the war ended those who openly identified themselves as part of the Danes minority in Schleswig-Holstein were an estimated 5,000 to 6,000 people maximum.

In the early postwar years, there was an almost explosive growth. Membership in Danish organizations grew multifold. In 1947/48 more than 120,000 people saw themselves as members of the Danish minority. The motives of that massive intake are manifold. The expectation of a boundary shift played a major role, which was being envisaged by powerbrokers in the minority group, even though it had already been rejected by the Danish Government shortly after the end of the war with the statement: „The borders are permanent.“

In the following years, a comprehensive network of Danish schools, kindergartens and other institutions was established throughout South Schleswig. Politically, the Danish minority had been active in a cultural association since 1920, which was renamed ‘Southern Schleswig Club’ [Sydslesvigsk Forening (SSF)] in 1946. In 1948 an independent party, the ‘Southern Schleswig Voters Federation’ (SSW), was founded comprising the Frisians of Schleswig-Holstein, after the British occupational authorities had prohibited further political activities of the SSF.

The rights of the Danish minority were defined by the Schleswig-Holstein state government in September 1949 in the so-called Kiel Declaration. Those included, among others, that an identification with a minority group would be accepted without exception. The years 1950-54 were nonetheless characterized by increasing tensions between the minority group and the authorities, but the CDU-led state government resorted to skullduggery and harassment. Those included, for example, in 1951, the raising of the electoral threshold in state parliamentary elections from 5 to 7.5%, which was withdrawn in 1953 after a ruling by the National Constitutional Court. Nevertheless, the SSW was not exempt from the 5 % electoral threshold at a state level, which had already been abolished at a national level in 1953 by the national electoral law. In the state election of 1954, the SSW received 42,000 votes, which, however represented only 3.5 % of the electorate. So those votes were lost in the Landtag (state parliament).

The Solution to Conflict between Minorities: The Bonn Copenhagen Declarations

The solution of the tensions in the political field, then being increasingly felt as a burden of coexistence in the border region, came about because of the prevailing international situation in the mid-1950s. In 1954 the Federal Republic of Germany asked for admission into NATO. At the Paris ministerial conference of NATO in October 1954, the Danish Prime Minister and Foreign Minister H. C. Hansen explicitly addressed the topic of South Schleswig. The attending German Chancellor Konrad Adenauer was immediately willing to seek a solution. That led to bilateral negotiations between the two governments in February and March 1955. In the end, the solution was found in the shape of the Bonn-Copenhagen Declarations of 29 March 1955.

When looked at closely, it deals with a package that consists partly of the official statements and partly of the transcript of the summary minutes of a hearing on 28 March. The transcript is a record of the proposals made by the governmental delegations to the actual problems: minority parties are exempted from the 5% threshold in state and federal elections. Danish schools and the establishment of exam schools are subsidized, the rights of the minority have to be respected. For the German minority in Denmark the right of exams to be sat in minority schools and respect for the rights of minority groups were also agreed upon. The Bonn-Copenhagen Declarations of 29 March 1955, however, are less specific and detailed in their assurances. Instead civic rights and duties, as well as political objectives of minority groups and principles were set out in them. As a whole, the two governmental statements nevertherless excel in that they describe far-reaching minority group rights despite the brevity of the text – perhaps not in detailed paragraphs but in morally and politically binding principles.

Basic Elements of a Sustainable Minority Group Model

While there are differences between the two minorities and the concrete policies of the two states, the following elements have been found to be sufficiently viable for the overall stress-free, peaceful relationship: 1. Historical and structural foundations – The drawing up of borders based on the outcome of the plebiscites of 1920 for self-determination;- Acceptance of the border despite temporary territorial disputes and separatism between 1920 and the 1950s.- In those regions there was no tradition of inter-ethnic violence, no physical abuses nor expulsions, and- no religious conflicts.

The legal settlement after 1945 acted as a „catharsis“ and basis for the reintegration of the German minority into the Danish state.- Since 1949 both countries belong to the same Western community of values with open, constitutional civil societies.- They have common security interests since 1945.- They are connected by international and bilateral cooperation on many levels. 2. Principles – Cultural and functional autonomy with separate organizations.- Belonging to a minority is defined as a private matter, which is recognized by the authorities, but not controlled („minority is he who wants it to be“).- Moderating influences on both sides have prevented an escalation of problems involving minorities.- Both countries are rich and can therefore both afford to finance relatively expensive group minority rule.- Private Party participation in politics. – Institutionalised dialogue between governments and minorities in liason committees, panels etc.- Equality and synchronous, reciprocal minority schemes set up by the Bonn-Copenhagen Declarations of 1955- The special relationship of minorities with neighbouring states, contacts and exchanges between minority and „mother country“ (Kin-State) is recognized.- With regard to the treatment of minorities, there exist, in spite of everything, unilateralism, reciprocity and balance.- Where the above will be expanded through voluntary unilateral regulations, among others, by ratification and implementation of international agreements for minority groups in the 1990s by the Council of Europe.

References: see German version

Jørgen Kühl

Danemark – Allemagne 1920-1955

Solution d’un conflit de minorités : Les déclarations de Bonn et de Copenhague de 19551

La bande frontière allemande – danoise offre un exemple positif d’une solution durable d’un conflit de minorités. Des minorités nationales, reconnues comme telles, vivent ici des deux côtés de la frontières, se sentant parts des pays voisins en ce qui concerne leur langue et leur culture. A présent, la minorité danoise dans le nord de Schleswig-Holstein compte environ 50.000 personnes, tandis que la minorité allemande dans le sud du Jütland comprend 12.000-20.000 habitants. Aujourd’hui, la vie commune entre Allemands et Danois – malgré des revers temporaires et des crises de courte durée – est considérée généralement comme exemplaire.

La situation entre 1920 et 1945

A la suite du partage du Schleswig en 1920, deux minorités nationales, au sens moderne, se formèrent. Au sud du Schleswig vivaient au maximum 10.000 personnes, tendant vers le Danemark, au nord du Schleswig à peu près 30.000 habitants (18 % de la totalité de la population) sympathisant avec l’Allemagne. Les deux minorités s’organisaient dans leurs propres groupements, partis et paroisses. Dans l’Eglise danoise, il y avait par exemple dans les villes des pasteurs allemands. Les minorités pouvaient également fréquenter des écoles privées et celles de l’Etat. Entre les deux guerres mondiales, la minorité allemande exigea une révision de la frontière. Depuis 1933, l’Allemagne renforçait la propagande national-socialiste au nord du Schleswig. A partir de 1938, le parti ouvrier allemand national-socialiste (NSDAP) du nord du Schleswig jouait le premier rôle dans la politique. Il radicalisa sa revendication de changer le tracé de la frontière et exigea la réintégration du nord entier du Schleswig dans le Troisième Reich. Il n’y avait guère d’opposition contre la mise idéologique au pas de la part des organisations de la minorité. Celle-ci collaborait en tous points pendant l’occupation allemande depuis le 9 avril 1940. Certes, il existait des opinions différentes, mais elles ne furent pas exprimées ouvertement avant mai 1945. Le cercle de Hadersleben, fondé en 1943, était probablement le forum le plus important de l’opposition cachée de la minorité.

Avec la prise du pouvoir du NSDAP en 1933, la situation de la minorité danoise en Allemagne se compliqua. Depuis cette année, pas plus d’environ 6.000 personnes déclarèrent y appartenir. Jusqu’ en 1945, elles se trouvaient sous forte pression. __________________________________________________________________________

1 Une version plus détaillée de cet article de Jørgen Kühl se trouve sur le site http//www.crisis-prevention.info

« Règlement juridique de comptes », déclaration de loyauté et nouvelles tensions après 1945

Après la libération par les troupes anglaises le 4/5 mai 1945, le Danemark procéda à un « règlement juridique de comptes » avec la minorité allemande. Environ 3.500 adultes furent internés au camp de Faerhus et au château de Sonderburg, à peu près 3.000 d’entre eux furent punis, dont 2.150 pour avoir combattu du côté de l’Allemagne. Cela correspondait à 25 % environ de tous les habitants de la minorité. Cependant, la plupart des condamnés jouirent d’une amnistie après avoir purgé une partie de leur peine.

Immédiatement après la libération du Danemark, la minorité allemande déclara sa loyauté envers le Danemark et reconnut la frontière telle quelle. Dans la suite, la minorité fut réorganisée d’une façon démocratique. Une alliance de citoyens allemands du nord de Schleswig fut fondée ainsi que des groupements pour des activités scolaires et extrascolaires des jeunes. La minorité pouvait aussi de nouveau participer à la vie politique.

Vers la fin de la guerre, la minorité de ceux qui se déclarèrent ouvertement Danois, comptait au Schleswig-Holstein approximativement 5.000 personnes, au maximum 6.000. Pendant les premières années après la guerre, ce nombre atteignit une augmentation explosive, aussi dans les organisations danoises. En 1947/48, plus de 120.000 personnes se déclarèrent appartenir à la minorité danoise. Les motifs de cet afflux sont multiples : Un grand rôle jouait l’attente d’une révision de la frontière, souhaitée ouvertement par les forces dirigeantes dans la minorité, bien que cette révision fût refusée par le gouvernement danois, déjà peu de temps après la fin de la guerre, avec les mots : « La frontière est définitive. »

Dans les années suivantes, un vaste réseau d’écoles primaires, d’écoles maternelles et d’autres institutions danoises fut établi dans tout le Schleswig du sud. La minorité danoise avait été active, depuis 1920, dans un groupement culturel qui prit, en 1946, le nom d’Association du Schleswig (Sydslesvigsk Forening, SSF). De plus en 1948, un parti autonome, l’association des électeurs sud-slesvigeois (SSV), fut fondé en commun avec les Frisons du Schleswig-Holstein, après que les occupants anglais avaient interdit au SSF ses activités politiques.

Les droits de la minorité danoise furent, de la part du gouvernement du Schleswig-Holstein, fixés, en septembre 1949, dans la « Déclaration de Kiel ». Elle affirmait, que l’appartenance à une minorité serait respectée dans tous les cas. Les années 1950-54 furent quand-même caractérisées de plus en plus par des tensions entre la minorité et l’administration : cette dernière, dirigée par le gouvernement CDU (Union chrétienne démocratique), n’avait pas honte d’appliquer des chicanes et des agressivités variées. Un exemple : Elle éleva la clause de blocage des élections dans le Schleswig-Holstein de 5 à 7,5%, retirée seulement en 1953 après un jugement du Tribunal Constitutionnel Suprême. Cependant, la SSW ne fut point libérée de la clause de blocage de 5 % au Schleswig-Holstein, contrairement à la loi électorale de 1953, valable pour l’Allemagne Fédérale. Aux élections de 1954, la SSW obtint 42.000 voix, ce qui correspondait à 3,5 %. Toutes ces voix furent donc perdues pour le parlement du Schleswig-Holstein.

La solution : Les déclarations de Bonn et de Copenhague La solution de ces tensions sur le plan politique dont souffraient de plus en plus les habitants de la région frontalière, se dessina grâce à la situation internationale au milieu des années 1950. En 1954, l’Allemagne Fédérale demanda de faire partie de l’OTAN. A la conférence du conseil des ministres en octobre 1954 à Paris où cette question était discutée, H.C. Hansen, ministre-président et ministre des affaires étrangères du Danemark, aborda le sujet du Schleswig du sud. Le chancelier allemand, Konrad Adenauer, fut tout de suite prêt à chercher une solution. A la suite, en février et mars 1955, des négociations bilatérales entre les deux gouvernements commencèrent.

Finalement, les Déclarations de Bonn et de Copenhague offrirent la solution désirée : elle représente, vue de près, un paquet consistant en partie des déclarations officielles et en partie du protocole d’une négociation effectuée le 28 mars. Ce protocole fixe la solution de problèmes concrets, proposée par les délégations des gouvernements : Les partis des minorités sont libérés, aux élections, de la clause de 5 % ; les écoles danoises ainsi que les écoles effectuant des examens jouissent de subventions; les droits des minorités doivent être respectés. La minorité allemande au Danemark reçoit également pour ses écoles le droit de faire passer des examens ainsi que la garantie de voir ses droits respectés. Les Déclarations de Bonn et de Copenhague du 29 mars 1955 par contre sont moins concrètes, moins détaillées dans leurs garanties. Elles déterminent plutôt les droits et devoirs civils ainsi que les buts et principes d’une politique pour minorités.

Dans leur ensemble, les deux déclarations gouvernementales ont le mérite de définir d’une façon courte et concise des droits minoritaires d’une vaste étendue – non pas en paragraphes détaillés, mais par des principes politiques et moraux à suivre.

Eléments de base pour un modèle durable de minorités

Bien qu’il y ait des différences entre les deux minorités et la politique des deux Etats, les éléments suivants ont prouvé être suffisamment solides pour la relation paisible et exempte de tensions entre l’Allemagne et le Danemark.

1. Bases historiques et structurelles

– Tracé de la frontière fondé sur le droit d’autonomie par les plébiscites de 1920.

– Acceptation de la frontière malgré, entre 1920 et environ 1950, des mouvements de séparation et le désir de retour dans le pays natal.

– Dans ces régions, il n’y avait ni de tradition de violence entre les peuples, ni d’agression, ni d’expulsions, – ni de conflits de religion.

– Le « règlement juridique de comptes » après 1945 servit de « catharsis » et fut la base de réintégrer la minorité allemande dans l’Etat danois.

– Depuis 1949, les deux Etats appartiennent à la même communauté occidentale observant les mêmes valeurs, ils forment des sociétés civiles ouvertes, fondées sur le droit.

– Depuis 1945, leurs intérêts de sûreté sont les mêmes.

– Ils sont liés, par coopération internationale et bilatérale, sur bien des points.

2. Principes

– Autonomie culturelle et fonctionnelle, exercée par des organisations séparées.

– L’appartenance à une minorité est définie comme affaire privée, reconnue sans être contrôlée par l’administration (« est minorité qui veut »).

– Des forces modératrices des deux côtés ont empêché une aggravation des problèmes de minorité.

– Les deux Etats sont riches et peuvent se permettre des règlements relativement coûteux, financés d’ailleurs par les deux Etats.

– Participation politique pratiquée par des partis des minorités

– Dialogue institutionnalisé entre gouvernements et minorités dans des comités mixtes

– Mêmes droits minoritaires ainsi que règlements synchrones et mutuels basés sur les Déclarations de Bonn et de Copenhague de 1955.

– La relation spéciale entre les minorités des Etats voisins ainsi que les rapports et échanges entre les minorités et leur « patrie » (Kin-State ) sont reconnus.

– Quant au traitement des minorités, il y a, l’unilatéralité donnée, quand-même mutualité et balance.

– Celles-ci sont élargies par des règlements unilatéraux de plein gré, entre autres par la ratification et réalisation de conventions internationales de minorités, décidés par le Conseil de l’Europe dans les années 1990.

Littérature supplémentaire vir version allemande.

Dieser Beitrag wurde unter Beispiele gelungener Kriegsprävention abgelegt am von .

Über Frieder Schöbel

Geb. 1936 in Herrnhut/OL. Seit 1938 in Braunschweig (außer 1943-1950). Abitur 1956, Studium Englisch und Latein in Göttingen, Westberlin, Tübingen und Göttingen bis 1963, Ostermarsch-Sekretär. Ab 1964 Braunschweig Ausbildung Höheres Lehramt. Mitbegründer a.i. Braunschweig, der 1. IGS in der Stadt, des Friedenszentrums e.V. und des forums crisis prevention e.v. Lebt seit 2015 in Berlin.